· 

Was ist eigentlich Inspiration?

... Und wie funktioniert sie? Wenn kreative Menschen Dinge tun, die einem gefallen, fragt man sich ja oft: »Das ist ja toll, aber wie ist Susanne (oder Klaus) denn bloß darauf gekommen?«. Gute Frage, und die, erstmal simpel, lautende Antwort ist: Inspiration. Großes Wort, aber was meint das eigentlich? Unser aller liebstes Online Lexikon Wikipedia schreibt dazu folgendes: Unter Inspiration (lateinisch inspiratio ‚Beseelung‘, ‚Einhauchen‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘; vgl. spiritus ‚Atem‘, ‚Seele‘, ‚Geist‘) versteht man allgemeinsprachlich eine Eingebung, etwa einen unerwarteten Einfall oder einen Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität.

 

So schön, so abstrakt. Ein ungenanntes Etwas haucht mir eine Idee ein, nun ja, seltsame Vorstellung. Also, was genau geht da vor? Oder genauer gefragt, was geht in mir vor? Als ich mir vor einiger Zeit diese Frage gestellt habe, machte ich eine interessante Entdeckung, die allerdings die Neurowissenschaftler unter den Lesern (just kidding..) eher nicht überraschen wird.

 

Ich bin ein Sammler. Eine meiner liebsten literarischen Figuren aus der Kindheit, Pippi Langstrumpf, hatte einen Sachensucherschrank, mit sehr sehr vielen, kleinen Schubladen, in dem sie ihre gesammelten Schätze verstaut hat. Genau das hab ich auch eine lange, lange Zeit getan. Ich war regelmässige Flohmarktgängerin, musste auf Reisen gerne auch mal für Übergepäck bezahlen, und wer jemals in meiner Wohnung war, wird das bestätigen können, ich bin definitiv eine Sachensucherin. Aber in letzter Zeit habe ich damit aufgehört, Gegenstände zu sammeln. Zum einen ist in meiner Wohnung langsam kein Platz mehr, zum anderen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich Dinge, die ich jeden Tag vor meiner Nase habe, auf eine seltsame Art, nicht mehr wahrnehme, als würden sie verblassen. Sie taugen in diesem Zustand nichts mehr als Inspiration. Ein bisschen stelle ich mir diesen Prozess vor, wie wenn Blumen langsam welken, sie verlieren buchstäblich ihre Kraft.

 

Also was tun? Ich sammle Eindrücke. Ich besuche Ausstellungen, ich schaue mir Bildbände an, ich reise (sehr wichtig für mich!), ich treffe Menschen, ich schaue Filme. Alle diese gesammelten Eindrücke lagern sich irgendwo in mir ab, Schicht für Schicht, wie in meinem eigenen persönlichen Museum, oder dem Sachensucherschrank in meinem Kopf. Unser Gehirn ist wirklich ein phänomenales Organ. Und jetzt wird es interessant, wann und unter welchen Umständen aus all diesen Bildern, Gerüchen, Empfindungen und Sensationen eine Idee wird, unterliegt nicht meinem Willen, das Gehirn führt da ein Eigenleben.

 

Aber, ich kann den Prozess unterstützen, indem ich, und jetzt wird es wirklich seltsam, während ich am Rechner sitze und mit Farben und Formen jongliere, nebenher und zusätzlich etwas ganz anderes tue. Das kann z.B. sein, einen Film nebenher laufen zu lassen. Das heisst, meine Konzentration ist abgelenkt. Es passiert also genau das, was uns unsere Eltern zu Schulzeiten immer gepredigt haben, nicht zu tun (meine Eltern zumindest). Während des Lernens war es nicht gern gesehen, wenn Musik lief, weil es einen abgelenkt hat. Und genau das hilft meinem Unterbewusstsein, und damit meiner Inspiration auf die Sprünge. Offensichtlich werden während dieser Ablenkung andere Schichten im Gehirn angeregt ihre Bilder freizugeben, und in diesem tranceartigen Zustand, die Neurowissenschaftler nennen es, nicht ohne Grund, Flow, fliesst sie plötzlich, die Inspiration, und aus den gesammelten Eindrücken, aus vielen kleinen Splittern, werden Ideen, werden Designs, werden meine Muster für Interiordesign, für Stoffe und Kissen.

 

Das klingt jetzt recht einfach, aber leider funktioniert dieses Verfahren auch nicht immer, und erst garnicht auf Kopfdruck. Aber auch da gibt es ein paar interessante Tricks, die sich in der Kunstgeschichte bereits bewährt haben, ich sage nur Surrealismus. In der Frankfurter Kunsthalle Schirn läuft übrigens gerade eine fantastische Ausstellung über die surrealen Welten der Frauen im Surrealismus.

Aber dazu schreibe ich ein anderes Mal.

 

Ich freue mich sehr, wenn ihr mich auf meiner Reise durch die weite, bunte Welt der Ideen begleitet. In Zukunft wird es um Leidenschaften gehen, ich werde über meine Inspirationsquellen berichten, über Ausstellungen, Bücher, wie Muster entstehen welche Farben mich glücklich machen und warum, und und und ....

 

Schreibt mir gerne, wie eure Inspiration funktioniert oder was ihr dazu denkt, und empfehlt mich auch gerne weiter.

 

Und wer jetzt noch sehen möchte, was aus all den Bildern in meinem Kopf in der realen Welt geworden ist, dem sei ein Blick auf meine Website empfohlen. Vielleicht inspiriert das ja auch die ein oder andere BildersucherIn, bekanntlich funktioniert Inspiration ja wie Domino oder wie eine Kettenreaktion.

 

Viel Spass dabei wünscht
Gabriele / STUDIO SOMTUM

 

PS: Ihr findet mich auch auf Instagram unter @studio_somtum oder facebook und STUDIO SOMTUM hat jetzt auch einen Newsletter


What is inspiration?

... and how does it work? When creative people do things that you like, you often ask yourself: »That's great, but how did Susan (or Peter) come up with it?« Good question, and the simple answer is: inspiration. Big word, but what does that actually mean? Our favorite online lexicon Wikipedia writes the following: Under inspiration (Latin inspiratio 'inspiration', 'breathe in', out into 'into' and spirare 'breathe', 'breathe'; see spirit 'breath', 'soul', ' Geist ') is a general understanding of an inspiration, such as an unexpected idea or a starting point for artistic creativity.

So beautiful, so abstract. An unnamed something breathes an idea into me, well, strange idea. So what exactly is going on? Or more specifically, what is going on inside me? When I asked myself this question some time ago, I made an interesting discovery, which, however, will not surprise the neuroscientists among the readers (just kidding ..).

I am a collector. One of my favorite childhood literary figures, Pippi Longstocking, had a closet for items, with a very, very large number of small drawers, in which she stowed her treasures. That's exactly what I've been doing for a long, long time. I was a regular flea market goer, sometimes had to pay for excess baggage when traveling, and anyone who has ever been to my apartment will be able to confirm that, I am a stuff seeker. But I've recently stopped collecting items. On the one hand, there is slowly no more space in my apartment, on the other hand, I have had the experience that, in a strange way, I no longer perceive things that I have in front of my nose as if they were fading away. In this state they are nothing more than inspiration. I imagine this process a bit, like when flowers slowly wither, they literally lose their strength.

So what to do? I collect impressions. I visit exhibitions, I look at illustrated books, I travel (very important to me!), I meet people, I watch films. All of these images are deposited somewhere in my head, layer by layer, like in my own personal museum. Our brain is really a phenomenal organ. And now it becomes interesting when and under what circumstances all these images, smells, and sensations become an idea is not my will, the brain leads a life of its own.

But, I can support the process by, me, and now it gets really strange while I'm at the computer and juggling with colors and shapes, doing something completely different on the side and additionally. This can e.g. be to run a film on the side. That means my concentration is distracted, that is exactly what our parents always preached to us not to do during school time (at least mine). While studying, music playing was not welcome because it was distracting. And that is exactly what helps my inspiration. Obviously, during this distraction, other layers in the brain are stimulated to release their images, and in this trance-like state, the neuroscientists call it, not without reason, flow, it suddenly flows, the inspiration, and from the collected impressions, from many small fragments Ideas, designs, patterns for interior design, fabrics and cushions appear.

That sounds pretty easy now, but unfortunately this procedure doesn't always work either, and not at the push of a button. But there are also a few interesting tricks that have already proven themselves in art history, I only say surrealism. A fantastic exhibition about the surreal worlds of women in surrealism is currently running in the Frankfurt Kunsthalle Schirn.

But I'll write about it another time.

I am very happy if you accompany me on my journey through the wide, colorful world of ideas. In the future it will be about passions, I will report about my sources of inspiration, about exhibitions, books, how patterns are made, which colors make me happy and why, and and and ...

Feel free to write me how your inspiration works or what you think about it, and I would be happy if you recommend me.

And if you still want to see what has become of all the pictures in my head in the real world, a look at my website is recommended. Maybe that inspires one or the other picture seeker, as is well known, inspiration works like dominoes or like a chain reaction.

Have fun
Gabriele / STUDIO SOMTUM

 

PS: You can also find me on Instagram @studio_somtum or facebook and STUDIO SOMTUM now also has a newsletter


Comments: 0

CONTACT